Verrohrte Bohrpfähle - Doppelkopfbohrverfahren

Verfahrensprinzip

Das Doppelkopfbohrverfahren gehört zu den Drehbohrverfahren und dient der Herstellung von Bohrpfählen gemäß DIN EN 1536 (Deutsches Institut für Normung e.V., 1999). Es ist die Kombination einer Bohrung mit durchgehender Bohrschnecke (sog. Endlosschnecke) und einer Verrohrung.

Seinen Namen hat dieses Verfahren von den zwei getrennt auf einem gemeinsamen Bohrschlitten in der Bohrachse hintereinander montierten Drehantrieben, dem sog. Doppelkopfbohrantrieb, mit dem die innen laufende Bohrschnecke (Hohlbohrschnecke) und die äußere Bohrlochverrohrung unabhängig voneinander angetrieben werden. Das Verfahren ist auch unter dem Namen VDW (Bohren vor der Wand) bekannt. Die kompakte Bauweise erlaubt es, dass sehr dicht an bestehender Bebauung gearbeitet werden kann.

Herstellungsverfahren

Beim gemeinsamen Abbohren von Schnecke und Außenverrohrung wird das Bohrgut innerhalb der Verrohrung auf den Schneckenwendeln nach oben gefördert. Nach dem Erreichen der Endtiefe werden die Außenverrohrung und die Bohrschnecke gemeinsam gezogen. Gleichzeitig wird dabei durch das Seelenrohr der Bohrschnecke – unter einem konstant gehaltenen Betondruck – Beton eingepumpt. Dadurch wird der Bohrpfahl von unten nach oben betoniert.

 

Direkt im Anschluss an den Betoniervorgang kann ein Bewehrungskorb in die Frischbetonsäule eingebaut werden.

Prinzip Verrohrte Bohrpfähle

Anwendungsbereiche

= Gründungspfähle
= Tangierende Pfähle
= Überschnittene Pfähle
= Vor-der-Wand Pfähle
= Energiepfähle
= Schrägpfähle bis 1:6 geneigt
= Trägerbohrungen
Aufgelöste Pfahlwand mit Zwischenausfachung

Bodenarten

Die Herstellung kann in allen Bodenarten bis zu kompakt gelagertem Fels durchgeführt werden.

Pfahlabmessungen

Pfahldurchmesser: 420 - 1.030 mm

Pfahllänge: bis zu 25,00 m je nach Durchmesser

Vorteile

= Hohe Pfahltragfähigkeit

= Geringe Überbetonmenge

= Hohe Bohrgenauigkeit

= Kontinuierliche Produktion - daher kurze
   Herstellungszeiten

= Auch in sehr weichen Böden einsetzbar - verrohrte
   Bohrung

= Herstellen von Pfählen direkt zu bestehenden
   Bauwerken hin

= Vorteile beim Durchörtern von Hindernissen

= Bohren gegen Auftrieb und drückendes Wasser

= Geringe Geräuschemissionen sowie
   erschütterungsfreies Verfahren

 

Ansprechpartner: Arno Kriss, T +43 5522 3454-235, arno.kriss@hilti-jehle.at

Aktuelles Projekt

Erweiterung Loacker Recycling Götzis

Bell Cheseaux

Ausführungszeitraum Oktober - Dezember 2015

Geräte: Liebherr Ramm- und Bohrgerät LRB 255 und LRB 355 mit Doppelkopfbohrantrieb DBA 300 und Hochfrequenz-Gürtelrüttler VMR 32, Raupenseilbagger Hitachi KH 180, Raupenbagger Takeuchi TB 1140, Raupenbetonpumpe CIFA und Liebherr Betonpumpe

 

Bei diesem Bauvorhaben werden 360 Stk. Vollverdränger-Vibropfähle DN 410 mm bis zu 24 m Länge und 350 Stk. Bohrpfähle DN 430 mm mit einer Länge von 5 bis 20 m ausgeführt. Für die Aufnahme von Zugkräften werden die Bohrpfähle bis zu 3 m in den anstehenden Kalkstein eingebunden.