Ortbeton-Vibrationspfahl

Dieses System eignet sich grundsätzlich zum Herstellen von Pfählen in Böden mit oder ohne Grundwasser.

Durch die Technik des an einem Stück eingebauten Stahlrohres, das auch an einem Stück wieder gezogen wird, kann der gesamte Pfahlbeton auf einmal in das Rohr eingefüllt werden. Durch die Wasserdichtigkeit kann der Beton ohne Kontraktorrohr eingebaut werden. Die Herstellung eines Ortbeton-Vibrationspfahles kann sowohl mit einem Aufsatzrüttler, als auch mit einem Gürtelrüttler erfolgen. Beim Einsatz eines Gürtelrüttlers ist die Länge des Rohres nicht durch die Mäklerlänge begrenzt, vielmehr kann das Stahlrohr zu Beginn des Einbringens über den Mäkler hinausragen.

 

Für die Herstellung der Pfähle ist die EN 12699 anzuwenden.

Herstellungsverfahren

Die Pfahlherstellung erfolgt in folgenden Phasen:

  1. Stahlrohr mit Verschlussplatte und Dichtung.
  2. Aufsetzen des Stahlrohres auf die Verschlussplatte (wasserdicht).
  3. Einvibrieren des Stahlrohres mit dem Vibrationsbär.
  4. Einrütteln auf die vorgesehene Tiefe.
  5. Nachverdichten des Bodens mittels Vibration (bei nicht bindigen Böden).
  6. Einstellen des Bewehrungskorbes in das trockene Stahlrohr.
  7. Einfüllen des Betons unter Berücksichtigung der notwendigen Mehrbetonmenge.
  8. Der Beton wird beim Ziehen des Stahlrohres mittels Vibration verdichtet.
  9. Fertiger Pfahl.
Herstellung Ortbeton-Vibrationsphahl

Anwendungsmöglichkeiten

= Gründungspfähle
= Tangierende Pfahlwand
= Energiepfähle
= Dichtpfähle
= Kiespfähle
= Sandpfähle
= Schotterpfähle

Bodenarten

= In allen nicht bindigen Böden bis zu einer mitteldichten Lagerung. In Kombination mit

   Wasserspülung können auch dichter gelagerte, nicht bindige Böden durchörtert werden.
= Im Schluffen und Tonen bis zu einer halbfesten Konsistenz.

Pfahlabmessungen

Durchmesser 356 mm – 610 mm

Pfahllänge im Abhängigkeit vom Durchmesser bis 40,00 m

Pfahllängen bis zu 50,00 m mit gekoppelten Stahlrohren möglich

Vorteile

= Große Leistung durch das Einbringen der Verrohrung an einem Stück im

   Vibrationsverfahren.

= Durch die Dichtkonstruktion (Platte mit Dichtung) dringen weder Grundwasser noch

   Boden in die Verrohrung des herzustellenden Pfahles ein.

= Durch die Verdrängung des Bodens und durch die Vibration wird der Boden in dem

   unmittelbar an den pfahlangrenzenden Bereich verbessert. ( kein Bodenentzug )

= Das Einbauen der Bewehrung und des Betons erfolgt im Trockenen.

= Anpassung der Pfahllänge an die geologischen und statischen Verhältnisse im

   Durchmesser und in der Länge.

= Keine Fehlstellen im Beton durch dessen Einbau im trockenen bis Pfahloberkanten.

= Massive Reduktion von Lärm und Erschütterungen durch Verwendung von

   Hochfrequenz-Vibrator mit verstellbarem Moment.

 

Ansprechpartner: Arno Kriss, T +43 5522 3454-235, arno.kriss@hilti-jehle.at

Aktuelles Projekt

Erweiterung Loacker Recycling Götzis

Bell Cheseaux

Ausführungszeitraum Oktober - Dezember 2015

Geräte: Liebherr Ramm- und Bohrgerät LRB 255 und LRB 355 mit Doppelkopfbohrantrieb DBA 300 und Hochfrequenz-Gürtelrüttler VMR 32, Raupenseilbagger Hitachi KH 180, Raupenbagger Takeuchi TB 1140, Raupenbetonpumpe CIFA und Liebherr Betonpumpe

 

Bei diesem Bauvorhaben werden 360 Stk. Vollverdränger-Vibropfähle DN 410 mm bis zu 24 m Länge und 350 Stk. Bohrpfähle DN 430 mm mit einer Länge von 5 bis 20 m ausgeführt. Für die Aufnahme von Zugkräften werden die Bohrpfähle bis zu 3 m in den anstehenden Kalkstein eingebunden.